2CV - Grundregeln der Fehlersuche

Bei der Suche nach Fehlern, die nicht augenscheinlich sind, zahlt es sich aus, erst zu denken und dann zu handeln. Wer ein halbes Dutzend oberflächlicher Einstellarbeiten oder Austauschaktionen startet, mag vielleicht den Fehler beheben oder dessen Symptome beseitigen, den wirklichen Grund kennt er jedoch immer noch nicht, und er hat Geld und Zeit verschwendet.

Vor der eigentlichen Arbeit lohnt sich also immer etwas Besinnung und logisches Denken. Hierbei sind stets auch Symptome mit zu bedenken, die vor Eintritt des momentanen Fehlers in Erscheinung getreten sind, so zum Beispiel ein Nachlassen der Beschleunig, ein übermäßig hohes oder niedriges Anzeigen irgendwelcher Instrumente, ein ungewöhnliches Geräusch oder ein merkwürdiger Geruch. Bedenken wir bitte: Das Versagen einer Sicherung oder einer Birne oder einer Zündkerze z.B. kann immer auch ein Hinweis auf eine noch nicht bedachte andere Störung sein.

Will der Wagen nicht starten oder bleibt er unterwegs unvorhergesehen liegen, sind stets einige Grundregeln zu beachten.

  • Prüfe zuerst: Ist der angenommene Fehler wirklich da? Dies gilt besonders dann, wenn Dich ein Dritter um Hilfe ersucht, der den Fehler vielleicht nicht ganz genau beschrieben hat.

  • Übersehe keine Selbstverständlichkeiten! Bestes Beispiel: Ist wirklich noch Benzin im Tank, wenn der Wagen nicht starten will? Verlass Dich nicht auf die Aussage Dritter oder die Anzeige der Benzinuhr. Ist ein Fehler in der Elektrik das Problem, suche zuerst ein loses oder abgefallenes Kabel, bevor irgendwelche Testgeräte hervorgekramt werden.

  • Beseitige den Fehler und nicht nur das Symptom! Das Problem ist z. B. nicht dadurch gelöst, dass eine leere durch eine geladene Batterie ersetzt wird, wenn diese geladene Batterie in ein paar Tagen ebenfalls leer ist. Ähnlich sieht es mit dem Austausch verölter Zündkerzen aus: Der springt zwar mit neuen Kerzen wieder an, das Verrußen bzw. Verölen der Zündkerzen muss aber eine Ursache gehabt haben, die beseitigt werden muss (es sei denn, man hatte in der Tat Kerzen mit falschem Wärmewert  zuvor eingebaut). 

  • Auch das verwendete Ersatzteil kann defekt sein, besonders, wenn es mehrere Monate im Kofferraum hin und her geflogen ist. Verlass Dich auch nicht darauf, dass ein Teil angeblich gerade erst erneuert worden sei. (Ich habe schon mal einen Motor getauscht und hinterher festgestellt, dass nur die Zündspule defekt war).

  • Zwei Fehler: Manchmal treten zwei Fehler gleichzeitig auf. Wird einer behoben, funktioniert immer noch nichts und man glaubt, es sei ein anderer Fehler gewesen. Weitersuchen!

  • Lose oder korrodierte Kabel: Fehler in der Elektrik verursachen vielen Entenfahrern mehr Kopfzerbrechen als ein mechanischer Defekt. Doch gerade hier empfiehlt sich logisches Denken. Die Kabel im Auto Erschütterungen, Hitze und aggressiven Chemikalien ausgesetzt. Daher schauen wir zuerst nach losen oder durch Korrosion angegriffenen Kabeln oder Kabelverbindern. Auch ein Kabelbruch kommt in Betracht, insbesondere an den Kabeldurchführungen durch die Karosserie.

  • Schlechte Masseverbindung: Der Minuspol der Batterie ist mit der metallischen und damit elektrisch leitfähigen Karosserie ("Fahrzeugmasse") verbunden. Alle elektrischen Geräte sind mit einem Pol ebenfalls mit der Karosserie verbunden, entweder über ein separates Kabel oder durch direkte Verschraubung mit dem Fahrzeug. Wenn die Verschraubungen des Teiles lose oder angerostet ist, ist die Masseverbindung und damit die Verbindung mit dem Minuspol der Batterie unterbrochen. Der Stromkreis ist nicht geschlossen, und das elektrische Bauteil kann nicht funktionieren (Häufige Beispiele: vordere Blinker; Innenleuchte).

  • Batteriekabel: Der Getriebe und der damit fest verschraubte Motor sind durch ein kurzes dickes Kabel mit dem Minuspol der Batterie verbunden. Ein gelbes Kabel vom Minuspol der Batterie ist an der Spritzwand verschraubt und erdet damit die Karosserie und den damit verschraubten Rahmen. Sollten diese Verschraubungen locker oder gar ganz abgefallen sein, kann dies zu Problemen bei dem Anlasser, der Beleuchtung oder der Zündung führen.

  • Fehler im Kabelbaum: Ist die Masseverbindung in Ordnung, muss der Fehler an dem fraglichen Teil oder dem Kabel dorthin liegen. Ist ein Kabel im Kabelbaum unterbrochen, ist der Stromkreis nicht mehr geschlossen. Mit einer 12V-Prüflampe mit Krokodilklemme (an Fahrzeugmasse / Minus der Batterie) prüft man, ob an dem fraglichen Bauteil +12V anliegen, wenn man es einschaltet. Wenn nicht, am Schalter weiter prüfen. Gibt der Schalter 12 V in den Kabelbaum, am anderen Ende "kommt  aber nichts an", ist das fragliche Kabel wahrscheinlich unterbrochen. Dann hilft überbrücken mit einem Ersatzkabel. 

  • Kurzschlüsse: Wenn ein Kabel an der Karosserie oder an einem anderen, geerdeten Teil scheuert, entsteht ein Kurzschluss (beliebte Schwachpunkte: Kabelbaum unter dem Luftfilter; Blinkerkabel auf Auspuffkrümmer; Kabeldurchführungen durch die Spritzwand). Hoffen wir, dass lediglich eine Sicherung durchbrennt. Ist der Stromkreis jedoch nicht abgesichert (das gibt es in der Ente zuhauf), kann das Kabel verschmoren, weitere Kurzschlüsse verursachen oder gar abbrennen. Aus diesem Grund nie eine Sicherung durch eine stärkere ersetzen oder mit Alu-Folie o.ä. flicken - Es ist immer besser den Grund für den Kurzschluss suchen!